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Wieso ist Negroni eigentlich das neue In-Getränk?


20.07.2017

Sur Toe

Es braucht etwas mehr als nur ein paar raffinierte Ingredienzien, um als Drink berühmt zu werden. Dem Martini zum Beispiel hat erst James Bond zum Ruhm verholfen, der Cosmopolitan profitierte einst von der Serie „Sex and the City“ und der Sangria vom Ballermann.

Der Pre-Dinner Cocktail Negroni allerdings hat sich langsam aber sicher auch ohne prominente Unterstützung seinen Weg in die Öffentlichkeit gebahnt. Jedenfalls taucht er gerade schon unter dem Hashtag #apero auf allen möglichen Blogger-Instagram-Kanälen auf. Außerdem bekommt er einmal im Jahr während der Negroni-Week weltweit eine Bühne.

Um es irgendwann mal in den Cocktailhimmel zu schaffen, sind das schon mal gute Voraussetzungen, aber natürlich sind da doch noch ein paar Fragen offen.

Genau genommen gibt es in Deutschland keine Aperitif-Kultur. Trotzdem erfreut sich der Negroni gerade steigender Beliebtheit.

Was ist da eigentlich drin im Negroni und wie schmeckt er?

Erfunden hat den Negroni, so sagt man, der italienische Graf Camillo Negroni. Der Adlige suchte einst sein Glück in Amerika und nachdem es dort mit dem Ruhm nicht so recht klappen wollte, kehrte er im Jahr 1912 frustriert in seine Heimat Florenz zurück. Nach seiner Ankunft orderte sich Graf Negroni erst einmal eine Mixtur aus Wermuth Campari und Sodawasser, die er aus Amerika schon kannte. Der Barkeeper vermutlich mitleidig ob des verdrossenen Grafen, ersetzte das Sodawasser kurzerhand durch Gin.

Bis heute sind das die klassischen Zutaten, die zu gleichen Teilen standardmäßig in den Negroni gehören. Und da kann man sich schon denken, dass er ziemlich herb und bitter schmeckt. Serviert wird der Negroni auf Eis in einem Tumbler-Glas, geschmückt und angereichert wird er mit einem Orangenschnitz.

3 cl Faude Rote Bete Brand, 3 cl Campari Bitter und 3 cl Cinzano treffen auf junge Parmesan-Schnipsel und Rote Bete-Chips

Zu welchem Anlass trinkt man Negroni?

Im Grunde genommen existiert in Deutschland ja keine Aperitif-Kultur. Es gibt hierzulande entweder das Feierabendbier oder zum Anstoßen den meist etwas verkrampften Prosecco im Stehen. Beide haben mit stilvoller Atmosphäre aber nicht viel zu tun.

Im Süden sieht das etwas anders aus: Von Paris bis Marseille und in der Schweiz gehört der Apéro in die späten Nachmittagsstunden wie der Käse zum Baguette oder der Rosé zum Mittagessen. In Italien ist der Aperitivo sowieso Standard.

Nun muss man wissen, dass der Negroni es durchaus in sich hat - so ein Gin-Drink auf leeren Magen will gekonnt sein. Das mag auch der Grund dafür sein, dass er hierzulande seltener vor, als vielmehr als Drink beim Ausgehen nach dem Essen getrunken wird.

Aber warum nicht ein wenig savoir vivre in den monotonen deutschen Feierabend etablieren?